Startseite Ereignisse 50 Jahre Garnison Jubiläum der Superlative

TERMINE

Keine Termine

LOGIN

Wir haben unsere Website umgestellt. Bitte klicken Sie "Passwort vergessen " an, falls Sie keinen Zugang erhalten. Vielen Dank




Jubiläum der Superlative

Ein Jubiläum der Superlative

Freitag / Samstag in der Stadt und der Arnulf-Kaserne

50 Jahre Garnisonsstadt Roding – Ein Jubiläum im großen Stil mit über 5000 Besuchern, die ihre Verbundenheit mit der Bundeswehr und den in der Arnulf-Kaserne stationierten Soldaten zeigten! Vielfältigkeit, aber auch eine Darstellung im Detail; diese Aspekte prägten die Veranstaltungen zum 50-jährigen Jubiläum Garnison Roding. Nach vorausgegangenem schlechten Wetter konnte am Freitag und Samstag unter zwar etwas kühlen Temperaturen, aber dafür weiss-blauem Himmel gefeiert werden.

Mit dem höchsten militärischen feierlichen Zeremoniell, dem „Großen Zapfenstreich“, gespielt vom Luftwaffenmusikkorps aus Neubiberg und dem Spielmannszug des Stabsmusikkorps der Bundeswehr aus Berlin unter Leitung von Oberstleutnant Hans Orterer , dem anschließenden Empfang gegeben durch die Stadt Roding und die Bundeswehr im Soldatenheim/ Stadthalle „Haus Ostmark” mit hunderten von zivilen und militärischen Gästen am Freitagabend und dem „Tag der Offenen Tür“ mit dem eindrucksvollem Standortgottesdienst zum Beginn und Biwakabend mit Feuerwerk zum Abschluß am Samstag hatte das Festprogramm Stil und höchstes Niveau.

Der Esper, am Freitagabend um 19.00 Uhr noch gut ausgeleuchtet, war da schon durch zahlreiche Besucher bevölkert.


Um 19.45 Uhr wurde abgedunkelt. Es erfolgte die Begrüßung mit einer kurzen Moderation über den „Grossen Zapfenstreich“. Die mit Bodenlichtern symbolisierte 50 und der im Hintergrund angestrahlte Flaggenmast und der Kirchturm der Stadtpfarrkirche zogen die Blicke der Zuschauer und manches Fotoobjektiv auf sich.

Auf der Strasse marschierte die Ehrenformation mit dem Yorkschem Marsch begleitet durch Fackelträger an. Pünktlich wahrlich mit dem Glockenschlag der Stadtpfarrkirche wurde 20.00 Uhr zur Aufstellung einmarschiert und es erfolgte nach dem Einmarsch die Meldung der Ehrenformation an den Kommandeur der Panzerbrigade 12, Brigadegeneral Niemann, der mit dem Kommandeur Logistikbataillon 4, Oberstleutnant Klaffus und Bürgermeister Reichold die Abnehmenden des „Grossen Zapfenstreichs“ waren.

Das darauf folgende feste Zeremoniell des „Grossen Zapfenstreichs“ mit prägnanten musikalischen Einlagen ging vielen der Besucher „unter die Haut“. Der „Schwedische Reitermarsch“, der Bataillonsmarsch des ehemaligen Panzeraufklärungsbataillons 4, weckte hier in diesem Rahmen gespielt bei vielen ehemaligen „Aufklärern 4“ manche Erinnerung an die alten Zeiten, wo das Bataillon eine eigene sehr leistungsfähige und klangstarke Musikkapelle mit dem damaligen Stabsfeldwebel Gerd Beutel an der Spitze hatte. Mit dem Kommando „Helm ab zum Gebet”, dem dann folgenden Choral „Ich bete an die Macht der Liebe”, der Bayern- und der Nationalhymne, die lautstark von den Zuschauern mitgesungen wurden, zeigte sich eine Stimmung am Esper, die dem Anlass mehr als nur gerecht wurde.

Im Soldatenheim/Stadthalle folgte dann im Anschluss ein Empfang für geladene Gäste. „Die Stadt Roding mit ihren Bürgerinnen und Bürgern ist stolz darauf, seit 1958 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr in ihren Mauern zu beherbergen. Es war all meinen Vorgängern und dem Stadtrat immer ein Anliegen, dass uns der Bundeswehrstandort erhalten bleibt und alle Kommandeure haben das ihre dazu getan, dass trotz vieler Reformen in der Bundeswehr Roding Garnisonsstadt geblieben ist”, so begrüßte Bürgermeister Franz Reichold die Gäste. Er bedankte sich beim Kommandeur der Panzerbrigade 12 und beim Kommandeur des Logistikbataillon 4 für den Großen Zapfenstreich, das feierlichste militärische Zeremoniell, das die Bundeswehr einer Stadt und ihren Bürgern entbieten kann.

Wechselweise begrüßten und hießen Bürgermeister Reichold und Oberstleutnant Klaffus namentlich Ehrengäste willkommen, die teils von sehr weit angereist waren. Beispielhaft wurde hier Lieutnant Colonel ret. Marvin Decker aus Fort Leavenworth/Kansas/ USA genannt. Er war Anfang der achziger Jahre als Kompaniechef bei der US-Pateneinheit des Panzeraufklärungsbataillons 4, B-Troop 1st Squadron 1st Cavalry (1/1 CAV) in Schwabach stationiert. Er arbeitet heute als Zivilangestellter bei der US-Armee und besucht bei seinen in der Regel jährlich stattfindenden Dienstreisen zum TrÜbPl Hohenfels und anderen USDienststellen in Deutschland immer wieder Roding. Der militärgeschichtlichen Sammlung in der Kaserne hat er drei Uniformen überlassen, die aus der Zeiten der gemeinsamen Patenschaft stammen.
LTC ret. Marvin Decker (rechts)
Nach der Auszeichnung verdienter Persönlichkeiten, siehe dazu extra Bericht, gestaltete sich die Veranstaltung zu einer lockeren und fröhlichen Wiedersehensfeier. Traf man doch in Gesprächsrunden auf altbekannte Gesichter und hatte sich dann natürlich viel zu erzählen. So griff Generalmajor a.D. Bertold Graf Stauffenberg kurzer Hand zum Mikrofon und erzählte Erlebisse vom Einrücken des ehemaligen Panzeraufklärungsbataillons 4 in Roding im Februar 1959 und über die erste Zeit in der neuen Garnison Roding. Er war zu diesem Zeitpunkt Leutnant und Zugführer, später dann noch Kompaniechef der zweiten und der vierten Kompanie.
Bild rechts zeigt: Olt Bertold Graf Stauffenberg bei einem technischen Halt im Raum Rötz, kurz vor dem Einrücken in den neuen Standort Roding.

Am Samstag begann unter weiss-blauen Himmel der Tag der offenen Tür in der Arnulf-Kaserne mit einem Feldgottesdienst vor einem großen Birkenkreuz im Garten des Offizierkasinos.

Pastoralreferent Hans Rückerl und der evangelische Standortgeistliche aus Weiden, Pfarrer Deidrich , feierten hier den Gottesdienst unter Teilnahmen vieler Soldatinnen und Soldaten sowie ziviler Gäste. Musikalisch gestaltet wurde dieser von der „Kirchenmusik 19. Kontingent KFOR”, ein Chor von 13 Männern und einer Frau, die sich während des letzten KFOREinsatzes des Logistikbataillons 4 im Kosovo im Frühjahr 2008 zusammen fanden. Sie beeindruckten mit ihrem Gesang alle Gottesdienstbesucher.
Nach dem abschließenden Spiritual „Oh Happy Day” leitete Oberstleutnant Manfred Klaffus mit einigen Sätzen über zum Tag der offenen Tür, einem Tag der Begegnung mit den Soldatinnen und Soldaten. Er versprach einen „bunten Blumenstrauß“ mit altem und neuem militärischem Gerät, dazu zahlreiche interessante Aktionen/Vorführungen, um Eindrücke aus dem militärischen Alltag, aber auch das Leistungsvermögen der Bundeswehr so vermitteln zu können.

Publikumsmagneten waren neben den historischen Rad- und Kettenfahrzeugen der Bundeswehr wie z. B. der „DKW-Munga“ oder „Kraka”, der „Nato Ziege”, dem Borgward, den Faun-Fahrzeugen, dem M 88 oder verschiedene Varianten vom Schützenpanzer kurz, „Hotchkiss”, dem M113, dem Kanonenjagdpanzer und Kampfpanzern Leopard A1A5, die Ausstellung der aktuellen Panzer – und Radfahrzeuge der Bundeswehr im Rahmen einer statischen Ausstellung auf dem Ex-Platz und natürlich die dynamischen Fahrzeugschauen im technischen Bereich der Kaserne mit Kampf- und Schützenpanzer im simulierten Gefechtsausschnitt. Im Rahmen einer simulierten Berge- und Abschubübung wurden das Leistungsvermögen des Logistikbataillons sehr anschaulich und praxisnah den zahlreichen erstaunten Zuschauern vermittelt.

Publikumsmagnete waren auch die Ausbildungsschieß- und Simulatoranlage und die Station Mitfahrgelegenheit mit Militärfahrzeugen auf dem Standortübungsplatz. Interessiert und voller Begeisterung kletterten Groß und Klein auf und in die Rad- und Panzerfahrzeuge, um dann nach mehr oder weniger geduldigem Anstehen eine Runde über den Standortübungsplatz mit dem Fahrzeug ihrer Wahl erleben zu dürfen.

Weiterhin fanden aber auch noch andere Stationen in der Kaserne ein reges Besucherinteresse. Zu nennen sind hier die Stationen Leben im Felde, die Bundeswehr im Einsatz, Ausstattung und Leistungsvermögen der Sanitätstruppe sowie der Feldjägertruppe mit Vorführungen über Einsätze von Schutz- und Spürhunden. An einigen Stationen zeigten Modellbauer militärische detailgetreue Fahrzeuge und Fluggeräte fahr- und flugbereit in verschiedenen Maßstäben und faszinierten damit die Besucher. Mit viel Geduld, freundlich und höflich standen Soldaten vielen Fragen Rede und Antwort und freuten sich dabei sichtlich über das Interesse der vielen Besucher.

Da noch immer, nicht nur beim Militär, der Grundsatz gilt „Ohne Mampf kein Kampf“, hatte man dem aus Fürsorge Rechnung getragen und mit drei Verpflegungsstationen Soldaten wie auch die Besucherströme versorgt. An diesen Stationen sorgte ein reichhaltiges Angebot, wo Jung und Alt, vom vielen Schauen müde gewordenen, sich wieder stärken konnte. Ein deftiger reichhaltiger Erbseneintopf war natürlich auch im Angebot. 1000 Liter hatten die Köche angesetzt; Reste soll es hiervon keine mehr gegeben haben, was wohl für die gute Qualität sprach!

Die Stadtkapelle Roding sorgte zum Frühschoppen und über die Mittagszeit im großen Festzelt für Stimmung und gute Laune. Aber auch die Kinder wurden von der Truppe betreut. Sie wurden mit den Attraktionen in der Kinderbetreuung schnell wiedermunter und zeigten so keine Langeweile.

Der Tag der offenen Tür fand seinen Ausklang am Abend im großem Festzelt. Hier dankte Bürgermeister Reichold dem stellvertretenden Kommandeur des Logistikbataillons 4, Major Aigner für die großartige Organisation des Tag der offenen Tür mit seinen vielfältigen Attraktionen in der Kaserne.

„Wir durften einen wunderbaren Tag erleben; es war für jeden Besucher etwas dabei” , so der Bürgermeister. Abschließend versprach er, dass die Stadt Roding mit dem Feuerwerk um 22.00 Uhr bunte leuchtende Momente am Himmel setzen möchte, um so sinnbildlich die Freude im Standort Roding erstrahlen lassen zu können. Danach eroberte die Band „Thunderball” die Bühne im Zelt und spielte bis zum „Zapfenstreich“. (ww)