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Neuigkeiten

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Hallo Freunde der Rodinger Militärgeschichte,

entschuldigt bitte, wenn schon seit einiger Zeit keine Neuigkeiten mehr online gestellt werden. Wegen der aktuellen Corona-Situation werden fast alle Termine abgesagt, wie z.B. auch der diesjährige Mühlbauer-Spendenlauf. Sobald wieder Veranstaltungen anstehen werden diese hier online gestellt und die Traditionsräume auch wieder zur Besichtigung geöffnet.

Mit kameradschaftlichen Grüßen

Albert Wanninger


Traditionsverband Panzeraufklärungsbataillon 4 Roding auf „Zeitreise“ zum Truppenübungsplatz Grafenwöhr

22.05.2007
07.00 Uhr ab Roding – 18.45 Uhr an Roding

 

Bus Fa. Multerer, Stamsried im Auftrag der Bundeswehr
Fahrer Edi Spiessel, ehemaliger Fahrlehrer des Bataillons

Zweck: Gewinnung aktueller Eindrücke nach den enormen Investitionen der
US-Armee im Bereich des TrÜbPl Grafenwöhr mit Blick zurück auf die
früheren Aufenthalte des Bataillons dort im Rahmen von Schiess-/
Übungsvorhaben;
Besuch markanter ehemaliger Dorfstellen / Naturdenkmäler im Übungsplatz;
Rückblick in die Geschichte über die Entstehung und Nutzung des
TrÜbPl;

Programmpunkte: 1. Besuch des Museums der Stadt Grafenwöhr
2. Informationsfahrt Lagerbereiche / Truppenübungsplatz

Teilnehmer: 43

Wetter: trocken, sonnig, leicht schwül, 24°-27°, leichter Wind aus Südwest,
gute Fernsicht

Ablauf:

08.30-10.00 Uhr

Besuch des Museums der Stadt Grafenwöhr, Militärische Abteilung, mit einer sehr kompetenten Führung durch den Leiter des Museums, Herrn Meiler und OTL a. D. Widmann, früher Leiter des Deutschen Verbindungskommandos am Übungsplatz, zur Geschichte/Entstehung des Truppenübungsplatzes bis zur Gegenwart.

Hier erwähnenswert, dass der Truppenübungsplatz Grafenwöhr im Juni 2010

den 100. Geburtstag feiern kann!

Die gute Führung mit den vielen anschaulichen Ausstellungsstücken, Bildern und Dokumenten konfrontierte uns mit einen Ausstellung und Hintergrunderkenntnissen, die uns bislang so nicht bekannt waren.

Der Dienstbetrieb bei unseren früheren Übungsplatzaufenthalten ließ uns dazu damals keine Zugänge bzw. Freiräume.

Mit den hier gewonnenen neuen Erkenntnissen konnten dann bei der späteren Platzrundfahrt viele früher kaum beachtete bzw. auch nicht wahrgenommene Gegebenheiten im Platz richtig / anders zugeordnet / beurteilt werden.

Weiterführende Informationen (empfehlenswert!!) möglich über n. a. Links:

  1. www.grafenwoehr.de/museum/
  1. www.weber-rudolf.de/truepl.htm

10.00-17.30 Uhr

Informationsfahrt auf den TrÜbPl mit Lagerbereichen, Schiessbahnen und Übungsräumen.

Nach Abholung, Begrüßung am Museum durch StFw Pfeffer, Feuerwerker und schon viele Jahre am Platz tätig, Einfahrt nach dem Sicherheits-Check in den Lagerbereich über das Tor 3.

Dabei kreuzten wir den Bereich des Verladebahnhofs, der einen sehr gepflegten Eindruck machte.

 


Teilansicht auf den Bahnhof Grafenwöhr

Zunächst erfolgte die Anfahrt des Bundeswehrbereiches mit Geb. 449.


Strasse Richtung Tor 3 / Verladebahnhof

In den noch immer wie zu früheren Zeiten genutzten Kantinenräumen erfolgte dann eine Pause mit der Möglichkeit, sich zu stärken.
01.10.1997 erfolgte die Umbenennung des Deutschen Truppenübungsplatz Verbindungskommandos Grafenwöhr in Deutscher Militärischer Vertreter Grafenwöhr(DMV).

Kritische Blicke, denn das hat doch früher hier mal ganz anders ausgesehen! Wenig Aktivitäten heute und alles scheint renoviert?

 

Einen ersten Eindruck über die enormen baulichen Investitionen und die dadurch entstandenen Veränderungen in der Landschaft um den Wasserturm, dem eigentlichen Wahrzeichen von Grafenwöhr,

Blick auf den Wasserturm und das frühere Forsthaus, heute Wohnhaus des US-StOKdr.


Blick auf das US-Hauptquartier


konnte auf der Fahrt zum Gebäude der US-Range Control, dem früheren NCO-Club, gewonnen werden.
Hier im „Herzstück“ des Platzes erfolgte an Hand einer Übersichtskarte eine Einweisung in einige allgemeine Daten zum Übungsplatz sowie in die Nutzung und Veränderungen von wesentlichen Bereichen des Übungsplatzes zum aktuellen Stand bedingt durch neue Einsatzkriterien für Auslandseinsätze sowohl für die Bundeswehr als auch für die US-Armee.

Die Platzgröße liegt bei ca. 23364 Hektar mit 44 computergesteuerten Schiessbahnen sowie 71 Artillerie- und Mörserfeuerstellungen.

Hier kamen dann auch bei vielen Erinnerungen auf an die sehr langen An- bzw. Abfahrten zu den im westlichen Platzteil gelegenen Schiessbahnen. Diese Märsche besonders im Winter und bei starker Platzbelegung waren stets besondere Erlebnisse und Herausforderungen an uns Soldaten, aber auch an unsere Fahrzeuge.

Im Anschluss begann die Fahrt auf den „Platz“ in Anlehnung, aber auch zu einem großen Teil auf der Panzerringstraße. Diese zeigte sich anders als zu früheren Zeiten in einem guten, reisebustauglichen Zustand. Witterungsbedingt bewegten wir lediglich leichte Staubfahnen auf den feingeschotterten Abschnitten des „Tank Trail“. Rechts und links der Fahrtstrecke Richtung Tor 4 (Tanzfleck) wurden bekannte Lagerbereiche, Übungsräume und kleinere Schiessbahnen passiert,

wo an besonders markanten Punkten kurze Halte mit Blick ins Gelände erfolgten.
Diese weckten bei vielen Teilnehmern Erinnerungen an früher dort Erlebtes an gleicher Stelle.
Die Worte „Weißt du noch, damals ...“ waren hier häufig in vieler Munde während dieser Halte.


Eindrücke in Vorbeifahrt an „Normandy“


Nordostwärts Tor 4 Halt an einer Ausbildungseinrichtung für den Orts-/Häuserkampf mit Fotos zur Erinnerung an diesen Besuch.

So „sonnige Zeiten“ wie hier, waren für uns während unserer früheren Aufenthalte in Grafenwöhr eher die Ausnahme; aber man sieht es, alle scheinen doch letztlich recht „gut über die Runden“ gekommen zu sein! Heute kann man die hier erlebten kalten, nassen, schlammigen, aber auch schon mal sehr staubigen Zeiten locker Revue passieren lassen!

Beeindruckend waren dann Besuch und Blick ins Gelände vom Schwarzenberg (536 m) mit dem Beobachtungsturm „Bleidorn“(21 m).


Blick nach Norden auf die Impact Area „A“


Hinweistafel über der Tür

links Blick auf den „Bleidorn-Turm“; rechts in unmittelbarer Nachbarschaft ein neuer Beobachtungsturm für die Lenkung/Kontrolle von Luftwaffeneinsätzen

und von dort in die „Impact Area A“

Impact Area A mit Blick nach Norden mit „Fürstenweiher“; Bunker OP-9 Höhe der letzten Baumreihen Bildmitte

Blick in den südostwärtigen Teil der Impact Area A mit Ausläufern der SB 131/132 mit der hellen Fläche neben der Baumspitze im Bild oben rechts

mit Vorbeifahrt an den ehemaligen Wirtshäusl/Dorfstelle Erzhäusl und Langenbruck.
Diese Momente berührten besonders Franz Fick, einer, der sich in seiner Kindheit dort oft mit Gleichgesinnten aufgehalten hatte.

Der Franz, in Grafenwöhr geboren und lange dort gelebt und gearbeitet, konnte natürlich zu vielen Themen mit Hintergrundwissen und -internas berichten.
Die Einfahrt mit Rundfahrt durch das Lager Vilseck bot uns Blicke auf die enormen Baumaßnahmen sowohl in den Wohnbereichen als auch für die technischen Bereiche der dort stationierten Truppe.
Lager- und Wohnbereich machten einen sehr gepflegten und sauberen Eindruck.
Nach Vilseck besuchten wir die ehemalige Dorfstelle Haag mit dem am früheren Ortsrand liegenden Friedhof.
Diese jetzt möglichen Eindrücke über diese ehem. Dorfstelle waren uns bisher so nicht möglich, denn bei unseren früheren Übungsplatzaufenthalten blieb dazu keine Zeit und kein Raum. Haag, wie auch andere ehemalige Dorfstellen im Platz, dienten mit ihren zum Teil noch immer sehr markanten Resten immer wieder besonders bei Nacht und schlechter Sicht als wichtige taktische Orientierungspunkte bei Übungen im Gelände.
Der Friedhof von Haag, etwas abseits, fällt dem Besucher als „kleine stille Oase“ angenehm ins Auge.
Er ist von Angehörigen des Deutschen Militärischen Vertreters renoviert worden und wird von diesem Personenkreis auch weiter gepflegt und kann somit erhalten werden.
Ein Einsatz, der Anerkennung verdient!


Friedhof von Haag; „Ort der Stille“ mitten in einem der größten TrÜbPl in Europa

Dieser ist von Angehörigen des Deutschen Militärischen Vertreters renoviert worden und wird von ihnen auch weiter gepflegt und erhalten.

Über Haag folgte der Besuch der ehemaligen Dorfstelle Hopfenohe


Hopfenohe mit Blick aus Süden von Vilseck kommend

mit der dort noch immer markanten Ruine der Kirche. Bauliche Maßnahmen an der Ruine weisen darauf hin, dass es hohes Interesse am Erhalt besteht.

Die Anhöhe ist in markanter Punkt im westlichen Platzteil; sie ist Bestandteil der europäischen Wasserscheide. Eine kleine Markierung, die allerdings nur dem geübten Beobachter im Gelände auffällt.

Weiter führte uns dann die Fahrt zu früher sehr stark auch vom Bataillon für Gefechtsschiessen genutzten Schiessbahnen, heute die SB 301 / 302, nordöstlich von Hopfenohe mit Einfahrt ins Zielgelände und Geländeblick nach Osten mit Blick auf die Silouette des Wasserturms von Grafenwöhr am Horizont. Von hier begann dann die Rückfahrt über den nordwestlichen Teil der Panzerringstraße nach Grafenwöhr.

Am Besuchstag herrschte wenig Übungs-/Schiessbetrieb auf dem Platz. Das brachte uns den Vorteil, dass Besuche an Orten möglich waren, die sonst aus Sicherheitsgründen kaum zugänglich sind.

Hier und da ergaben sich auch sporadisch Kontakte mit übender US-Truppe, die uns gerne gestellte Fragen beantwortete und uns auch in Fahrzeuge/Geräte einwies.

In Folge dazu einige Bilder.


SB für Schiessen mit Handfeuerwaffen


Basis der SB 131/132; Blick von der Basis Richtung Impact Area A; im rechten Bild
links im Vordergrund sind die Ausläufer des Schwarzenbergs erkennbar


Fahrzeug auf Erkundungsfahrt zu einer VB-Stellung


Halt und Besuch an einer Panzermörser-Feuerstellung im Schiessbetrieb


Einweisung in der Feuerstellung eines Panzermörsers während einer Feuerpause in Fahrzeug/Bewaffnung/Munition

Am Tor 3 endete dann die sehr informative und beeindruckende Informationsfahrt.

Hier dankte und verabschiedete OTL a.D. Balve StFw Pfeffer mit einer Erinnerungsgabe für sein Engagement in der Organisation und der Durchführung dieser Informationsfahrt Grafenwöhr.

Auf der Rückfahrt galt dann auch unserem Busfahrer, Edi Spiessel besonderer Dank für seine guten Fahrdienste!

Fazit des Besuchs:

Beeindruckend im Vergleich zu früher sind nicht nur die enormen Veränderungen in der Infrastruktur des Übungsplatzes und der Lagerbereiche, sondern auch die ins Auge fallenden Veränderungen in der Natur des Platzes. Übungsräume / Feuerstellungen, früher durch die vielen Bewegungen von Panzerfahrzeugen nahezu komplett der Grasnarbe beraubt, sind wieder zu rekultivierten grünen Flächen geworden.

Wohn- und Lagerbereiche machen einen sehr sauberen und gepflegten Eindruck.

Das Straßen- und Wegenetz im Platz ist in einem guten Zustand. Der früher überall haftende graue Staub der Panzerringstraße am Bewuchs ist gewichen.

Man sieht an vielen Beispielen, dass der Umweltgedanke vor Ort ernst genommen und auch in der Praxis umgesetzt wird.

Der veränderte auch deutlich weniger gewordene Schiess- und Übungsbetrieb schafft zusätzlich Raum und die Zeit für diese positiven Veränderungen.

Der Platz besitzt wertvolle Naturräume mit Rückzugsgebieten für die Pflanzen- und Tierwelt, die durch die Zutrittsregelung kaum gestört werden und sich so positiv in ihrer Vielfalt weiter entwickeln können.

Zwischen „gestern und heute“, so das Urteil der „Kenner von Grafenwöhr“, hat sich sehr vieles in Grafenwöhr bewegt und verändert. „Gestern“ kann nur noch in Erinnerungen bleiben!

Im Juni 2010 steht der 100. Geburtstag des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr an! Ein Ereignis, dem man sicher vor Ort mit einem Festprogramm Rechnung tragen wird.

Dieses Ereignis wäre sicher ein Grund, um mal wieder dort vorbei zu schauen und um zu vergleichen, was sich inzwischen dort wieder verändert hat.

W.W.